In der Tarpenbekstraße 82 wurde der Dichter und Dramatiker Wolfgang Borchert geboren – zunächst selbst Soldat, später ein scharfer Kritiker des Krieges.
In Sichtweite, in der Tarpenbekstraße 68, befindet sich ein 1940 errichteter Röhrenbunker; ein stilles Zeugnis jener Zeit.
Nur wenige Häuser weiter, in der Tarpenbekstraße 66, lag Ernst Thälmanns letzte Wohnadresse. Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands war gelegentlich Gast in der damaligen Gastwirtschaft vis-à-vis (siehe Foto), heute Nikisch Eppendorf – Eventlocation & Fotostudio.
1944 – nach über elf Jahren Haft, davon fünf Jahre streng isoliert in einer etwa drei Quadratmeter großen Bunkerzelle – ermordeten sogenannte Nationalsozialisten Ernst Thälmann im Konzentrationslager Buchenwald. Vermutlich verbrannten sie ihn sofort.
Die Täter wurden niemals zur Rechenschaft gezogen: Selbst der SS-Stabsscharführer Wolfgang Otto, ein Hauptverdächtiger im Mordfall, wurde 1988 nach mehrjährigem Verfahren vor bundesdeutschem Gericht freigesprochen.
Seit 1969 erinnert in der Tarpenbekstraße 66 eine Gedenkstätte mit öffentlich zugänglichem Archiv an den Hamburger – direkt am 1985 nach ihm benannten Ernst-Thälmann-Platz.
Tarpenbekstraße 65 in Hamburg-Eppendorf damals
Hier entstand 1902 in einem Jugendstilhaus eine Gastwirtschaft des Weinhändlers August Bockhold. Seitdem beherbergte das Haus eine Lokalität mit Saalbetrieb und (heute stillgelegter) Doppel-Kegelbahn.
Bis Anfang der 1970er Jahre befand sich hier das Vereinshaus Nord. Marthe Friedrichs übernahm 1974 den stillgelegten Saal und belebte ihn wieder – zunächst als Musikkneipe Truck Stop, wo Künstler wie Truck Stop, Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt, Tony Sheridan und Torfrock auftraten.
Ab 1984 prägte das Kabarett Mon Marthe das Haus als Bühne für Theater, Satire und Kleinkunst. Hier standen u. a. Matthias Beltz, Lilo Wanders, Hanns-Dieter Hüsch, Mario Barth, Barbara Kuster, Schwarze Grütze und Ostbahn-Kurti auf der Bühne. Von 1988 bis 1994 war das Duo Alma Hoppe Hausensemble, bevor es ein eigenes Haus eröffnete. Am 31. Dezember 2001 fiel der letzte Vorhang.
Heute
Nach einer Zwischenzeit als Yogastudio mit Barbetrieb und einigen Jahren des Leerstandes ist das Jugendstilgebäude in der Tarpenbekstraße 65 seit 2013 Heimat von Nikisch Eppendorf – Eventlocation & Fotostudio. Hier verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem inspirierenden Ort für besondere Momente.
Ob Kunstausstellung, Foto-Shooting, Konzert, Tanzabend oder DJ-Party – jedes Event findet hier seine passende Bühne. Selbst das Salontheater Eppendorf fand hier zwei Jahre lang sein Zuhause. Mit Charme, Atmosphäre und viel Liebe zum Detail schafft das Team um Nikisch Raum für Begegnung, Emotion und Stil.
Nikisch Eppendorf
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